Frauen vs. Schönheit

Hallo liebe Mingles,

ein neuer Blogpost hat nun wirklich lange auf sich warten lassen und das tut mir sehr Leid, denn ich habe viele Gedanken und Fragen, die mich umtreiben und die ich gerne mittels dieses Blogs in den Diskurs stellen möchte. Doch von irgendetwas muss man ja sein Butterbrot bezahlen, dementsprechend habe ich in den letzten Wochen anderweitig viel gearbeitet, versucht meine Freizeit so zu gestalten, dass ich der Familie und Freunden gerecht werde oder auch mal mit der Grippe oder einem verrenkten Nacken im Bett gelegen und mein Schicksal verflucht. Ja, es war nahezu so furchtbar wie ein ordentlicher Männerschnupfen!

Heute möchte ich über ein Thema schreiben, das mich tagtäglich beschäftigt und von dem Ihr auch noch öfter lesen werdet, insofern Ihr gewillt sein solltet, meinem Blog in Zukunft weiter zu folgen: Der Umstand des ganz normalen Wahnsinns, wenn es um den Unterschied von Weiblein und Männlein geht, sei es in der Liebe, im Alltag oder in der Gesellschaft generell.

Ich habe zum Geburtstag ein ziemlich interessantes Buch als Präsent erhalten (Danke, meine liebe Marie!) und zwar: „Schlagfertigkeitsqueen“ von Nicole Staudinger, mit dem schmissigen Untertitel: „In jeder Situation wortgewandt und majestätisch reagieren!“

Was auf den ersten Blick nach Selbsthilfebuch anmutet, ist auf den zweiten Blick doch ein starkes Buch, was Frau von heute dazu anhält sich weniger klein zu machen und auf die eigene Stärke in dieser „Man’s World“ zu vertrauen. Ich schmökere nach wie vor in dem Büchlein, aber habe schon nach etwa einem Viertel immer wieder das Bedürfnis laut „Ja genau, Schwester!“ zu rufen, weil es mir immer wieder aus der Seele spricht. Des Weiteren bin ich äußerst schockiert über die Fakten, die aufgezählt werden und zeigen, dass die Gleichberechtigung von Frau und Mann erst seit wenigen Jahrzehnten voranschreitet. Wenn man sich auf der Zunge zergehen lässt, dass Frauen in Deutschland erst seit 1958 einen Führerschein machen dürfen oder ohne Einverständnis ihres Mannes ein Konto eröffnen können, dann sollte es niemanden wundern, warum der Feminismus nach wie vor ein aktuelles und wichtiges Thema darstellt.

Dies soll keine Buch Rezension werden, doch hat Staudinger mit ihren Zeilen einen ganz persönlichen Nerv bei mir getroffen, den ich hier näher unter die Lupe nehmen möchte:

Nach wie vor ist es in einigen Feldern schwierig ernst genommen zu werden, wenn man das kleine „w“ im Ausweis stehen hat und zusätzlich auch nicht aussieht wie ein Eimer.(Entschuldigung an die hübschen Eimer dieser Welt!) Nun würde ich behaupten, dass ich nicht hässlich bin. Oh mein Gott, ich habe es wirklich gesagt! Schockschwerenot! Als Frau von sich selbst zu behaupten, hübsch zu sein und das auch noch in den Welten des WorldWideWeb ist praktisch eine Garantie für Spott und Hohn. Wie arrogant von mir, nicht wahr? Ich kann tatsächlich in den Spiegel schauen und mich über das was ich sehe freuen, habe ich mir dies auch hart erarbeitet. Manchmal mehr, manchmal weniger… Sonntags zum Frühstück Pizza zu verdrücken ist für mich quasi existentiell.

Es ist gar nicht so leicht, so schön zu sein wie man aussieht.

                                                                                                                                       – Sharon Stone

Ich habe den Eindruck, es ist praktisch vollkommen unerhört zu behaupten, dass man mit seinem eigenen Äußeren zufrieden ist. Zumindest als Frau. Mir scheint es häufig so, als könne ein Mann kann durch die Welt laufen und von sich behaupten: „Ich bin der Größte! Ich bin ein heißer Typ!“ And nobody bats an eye! Aber sobald wir Frauen sagen wie es ist und zwar, dass wir fabelhaft sind: Everyone loses their mind!

Schönheit ist überall ein gar willkommener Gast.

                                                                                                             – Johann Wolfgang von Goethe

 

Nun komme ich nicht umhin, mich zu fragen, was das Ganze soll. Frau soll selbstbewusst sein, aber bloß nicht zu sehr? Bescheidenheit ist eine Tugend, aber nur bei einer Frau? Wehe der Frau, die mit Komplimenten umgehen kann, weil sie weiß, dass sie fabelhaft ist?

Für eine Frau ist Schönheit unbedingt wichtiger als Intelligenz, denn für Männer ist Sehen leichter als Denken. 
                                                                                                                                            – Lil Dagover

 

Mein persönliches Resümee des Ganzen ist, dass dies der ultimative Test ist, ob ein Mann sich 1. wirklich für eine selbstbewusste und vor allen Dingen selbstbestimmte Frau interessiert oder ein Mädchen (und ich sage bewusst „Mädchen“!) sucht, das zu allem „Ja!“ und „Amen!“ sagt.
2. Kann man diesen Umstand perfekt ins Positive verkehren und damit direkt erstmal den Intellekt und das Temperament eines Kerls unter die Lupe nehmen. Und Zack! sollte Frau „Match auflösen“ anklicken… 3. Ich sehe es ganz und gar nicht ein, dass es im Gegensatz zur Tierwelt beim Homo sapiens sapiens in den unsrigen Breitengraden doch zumeist der Fall ist, dass wir Frauen uns ständig aufbrezeln (müssen) und der Mann in Jeans und T-Shirt schlüpft, sich einmal mit nassen Händen durch die Haare fährt, dadurch bereits absolut fantastisch aussieht und wir Komplimente zu unserem harterarbeiteten, erzupften, bemalten und eingezwängten Äußeren nicht einmal schlicht und einfach bestätigen dürfen? Ich möchte das nicht. Und deshalb gehe ich sogar soweit zu sagen, dass die emanzipierte Frau von heute auch einfach mal eigenständig verkünden darf, dass sie fabelhaft, klug, schön, liebenswert und/oder sexy ist.

Und deshalb, meine lieben weiblichen Miterdlinge, selbstbewusst oder unsicher, extrovertiert oder introvertiert, dünn oder kurvig: Ihr seid wunderbar und das dürft Ihr der Welt aber vor allem endlich Euch selbst eingestehen! Ich bitte sogar darum. 

Eure Alina

Ein Gedanke zu “Frauen vs. Schönheit

  1. Ich befürworte das ebenfalls sehr und füge hinzu: Ein Mann sollte damit klarkommen, wenn eine Frau ihr Selbstwertgefühl nicht von seinem Kompliment abhängig macht.

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